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36. Distanzritt in Ankum 

Pleiten, Pech und Pannen ???

 

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Die Gemeinde Ankum liegt etwa 35 km nordwestlich der Stadt Osnabrück inmitten einer waldreichen Hügellandschaft des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald - hier liegt auch der Reit- und Fahrverein Ankum, der am 08.05.2011 seine 36. Distanzveranstaltung durchführte - Ritte von 30, 40, 60 und 80 km und Fahrten von 30 und 40 km. 

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Sowohl am Anreisetag Samstag als auch am Ritttag Sonntag herrschten Temperaturen von 26 Grad und Sonne - für uns ein ideales Reitwetter. Da es unser erster Start in Ankum sein würde und da Kemal gerade erst durch den Fellwechsel war, hatte ich mich für die 40 km Distanz entschieden und war gespannt auf die Strecke, die mich erwarten würde. 

Die 30 und 40 km Ritte waren tempobegrenzt als sogenannte "Pulsritte" ausgeschrieben - für die 40 km Reiter bedeutete dieses, dass die Strecke in T6 (240 Minuten) zu bewältigen war. Für jede angefangene Minute darüber gab es 3 Fehlerpunkte. Weiterhin gab es 1 Punkt pro Pulsschlag von den Eingangswerten bei den Pulskontrollen auf der Strecke und bei der 20 Minuten Auskontrolle im Ziel. Sieger ist dann der Teilnehmer mit der geringsten Punktzahl. 

Am Morgen des Ritttages traf ich auf mein "Blind-Date", meine über das Distanzforum verabredete Rittpartnerin Daniela und ihre Barock-Pinto Stute Manana. Während Daniela und ich die 40 km Strecke gemeinsam bereiten wollten, würden ihr Vater und Melanie, meine Begleiterin, uns trossen, d.h. unsere Pferde und uns betreuen. Da es auf den 40 km keine Pause geben würde, bestand das Trossen hauptsächlich aus Kühlen und Tränken unserer Pferde an bestimmten Trosspunkten - wir bekamen natürlich auch etwas zu trinken :-) 

Um 6.45 Uhr (der Hahn kräht auf Distanzen bekanntlich recht früh) trafen wir uns zu einer kurzen Vorbesprechung, die eher aus einer Begrüßung des 1. Vorsitzenden des Reitvereines Ankum bestand. Ratz-fatz wurde kurz darauf zur Voruntersuchung aufgerufen, da der erste Start bereits auf 8.00 Uhr gelegt war. Unsere Startzeit lag auf 8.10 Uhr - hier trafen wir auf Hans, einen weiteren Mitreiter, der uns mit seinem Traber Tom einen Teil der Strecke begleiten würde. 

  

 

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Bis 2010 bestand der Startbereich in Ankum aus einem befestigten Schotterbereich - dieser Umstand hatte mich in meiner Nennung zu diesem Ritt bestärkt, da mein Pferd auf Wiese beim Starten etwas zu flott reagiert.... In 2011 sollte es laut Veranstalter nunmehr einen verbesserten Startbereich geben - ein tolles, grünes Feld mit anschließendem Acker - alle fanden es positiv... in mir taten sich gemischte Gefühle auf. Nach den ersten Metern im Schritt bemerkte ich auch, dass es in meinem Pferd zu brodeln anfing und gab verabredungsgemäß das Signal zum Traben - okay - es wurde ein recht flotter Galopp daraus, so dass man nicht meinen sollte, dass wir uns auf einen tempobegrenzten Ritt befanden. Zum Glück waren meine Mitstarter routinierte Reiter und so ging es halt flotten Hufes bis zum ersten befestigten Weg - danach konnten wir es zumindest bei einem ordentlichen Trab belassen :-) 

Die zu reitende Strecke war mit 10% Asphalt, 50% befestigte Wege und 40% unbefestigte Wege angegeben - so ungefähr verhielt es sich auch. Immer wieder wechselten sich Schotterwege mit Wiese und Asphalt mit Waldboden ab. Geringfügig ging es mal bergauf, mal bergab. Hufschutz war laut Ausschreibung empfohlen, ich persönlich fand es ein Muss. 

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Auf Kilometer 20 sollte uns die erste Pulskontrolle mit Vortraben erwarten - wir lagen super gut in der Zeit, waren in etwa in Tempo 4,5 unterwegs. Natürlich war unser Plan, uns kurz vor der Pulskontrolle (PK) trossen zu lassen und dann gemütlich hineinzuschlendern mit guten Pulswerten. Aber es kam anders als geplant... Die Streckenmarkierungen waren abgehängt worden! So ritten wir ca. 8 Kilometer ziemlich orientierungslos umher - auf der Suche nach der nächsten Markierung, die es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gab. Mittlerweile waren wir fast 2 Stunden unterwegs und hätten schon längst die PK hinter uns lassen müssen - dann fand uns glücklicherweise ein Veranstaltungshelfer, der sich mit seinem Geländewagen auf die Strecke begeben hat, um die verlorenen Teilnehmer einzusammeln und die Markierung erneut für die nachfolgenden Reiter aufzuhängen. 

Um 10.27 Uhr erreichten wir die PK auf den ursprünglichen 20 km (wir hatten fast 30 auf dem Tacho...) - zeitmäßig lagen wir nunmehr 17 Minuten zurück, die es aufzuholen galt. Unseren dritten Mitreiter hatten wir zwischenzeitlich an eine Gruppe hinter uns "verloren", so dass Daniela und ich nunmehr alleine des Weges ritten. 

10 km weiter wartete auf Kilometer 30 die nächste PK auf uns, die wir 45 Minuten später erreichten. Wieder trossten uns Melanie und Danielas Vater kurz vorher - wieder war mit unserem "Plan", vorher etwas gemächlich im Schritt einzutrudeln nicht viel, da wir verlorene Zeit aufzuholen vermochten. Sicherlich wären wir ohne die zuviel gerittenen Kilometer und in einem langsameren Tempo mit besseren Pulswerten eingetroffen, aber mal ehrlich... eigentlich ist DAS kein Distanzreiten und unsere Pferde liefen das Tempo ohne Probleme und regenerierten in den PK´s ordentlich, so dass wir ruck-zuck weiter auf die restliche Strecke konnten. 

Nach weiteren 10 km erreichten wir 54 Minuten später 4 Minuten vor Ablauf unserer erlaubten Zeit im Schritt das Ziel - hier ging der 20 Minuten Pulswert noch in die Bewertung mit ein. Im Anschluss hatten die Pferde zwei Stunden Pause bis zur Nachuntersuchung, die ohne Beanstandungen über die Bühne ging. Jetzt konnten wir zufrieden sein :-) 

 

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Siegerehrung... und ein Ende von Pleiten, Pech und Pannen noch nicht in Sicht :o) 

Hätte man mir direkt den 4. Platz gegeben, hätte ich mich wirklich darüber gefreut, denn Kemal lief trotz der zu viel gerittenen Kilometer und dem höher gewählten Tempo mit wirklich guten Werten, aber... man verlieh mir zunächst den 2. Platz mit einem tollen Pokal und im Anschluss an die 40 km-Platzierung mußten alle ihre Preise wieder zurück geben, weil ein Berechnungsfehler stattgefunden hat... So wurde die (arme) Erstplatzierte "nur" Dritte und ich Zweitplatzierte "nur" Vierte. Nun ja... wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht... 

 

Fazit:

Ankum - Pleiten, Pech und Pannen?

Pech und Pannen schon - eine Pleite aber nein!

Pferd war toll, Mitreiterin war nett, Trosser waren super, Wetter war bombig, und wir sind mit gesunden Pferden wieder zuhause angekommen.

Was will man mehr?

BN

Besten Dank an Melanie fürs Trossen! 

Bericht von Daniela - endurance team herford 

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