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Botanische Exkursion bei Dipl. Biologin Violetta Berger

 

Am Freitag, den 27.05.2011, ging es los Richtung Langenberg. Gut, dass ich ein Navi habe und somit den Weg sofort gefunden habe. 

 

Thema war:

  • Grundlagen der Pflanzenbestimmung, Einteilung der Pflanzen in Gruppen und Familien 
  • Wichtige Giftpflanzen im Wald, in Gärten und auf der Weide 
  • Gehölze, die als Knabberzweige geeignet sind 
  • Einige bekannte Heilpflanzen und gesunde Kräuter 
  • Zeigerpflanzen für die Weide 

 

Violetta Berger wohnt in einer ländlichen Gegend von Langenberg, neben dem Restaurant zur Schwanenmühle. 

Wir haben uns erst ein wenig zusammengesetzt und Informationen zu den Pflanzenarten und Gattungen bekommen. 

Eine interessante Info ist, dass immergrüne Pflanzen wie z. B. Efeu, Ilex, Kirschlorbeer, Eibe, und Rhododendron immer giftig sind. Für die Pflanzen war die Giftbildung wichtig, weil sie ja die einzigen Pflanzen waren, die auch im Winter Grünes zu bieten hatten und sonst schnell von den Tieren verbissen worden wären. 

Auch Pflanzen, die an schwierigen Standorten wachsen, wie z. B. Mooren (Sumpfdotterblume, Iris usw.) entwickeln oft Gifte, um überleben zu können. Rankende Pflanzen, wie zum Beispiel die Lunicera oder auch Geißblatt genannt, sind ebenfalls oft giftig. Auch die Frühlingsblüher wie Buschwindröschen, Scharbockskraut, Maiglöckchen und Hyazinthen gehören zu den Giftpflanzen. 

Das Wetter war etwas feucht, aber es gibt ja bekanntlich kein falsches Wetter, sondern nur falsche Kleidung. 

Dort wurden viele Pflanzen bestimmt, z. B. die zarte Pflanze Storchenschnabel mit ihren kleinen lilafarbenen Blüten und Fruchtständen, die an einen Storchenschnabel erinnern; dieses ist ungiftig sowie das Johanniskraut, welches auch nicht unbedingt gefressen werden soll, weil es die Lichtempfindlichkeit der Haut steigert, was besonders für Schimmel und Pferde mit rosa Hautstellen die Gefahr eines Sonnenbrandes erhöhen kann. 

Der Sauerampfer, der auf der Wiese wächst, wird zwar nicht gerne gefressen, ist aber nicht giftig und sollte nach der Beweidung abgemäht werden, um einer Ausbreitung vorzubeugen. Brennnesseln werden von Pferden meist im grünen Zustand wegen der Nesselwirkung nicht gefressen, aber gerne angenommen, wenn sie abgemäht wurden und etwas angewelkt sind, dann sind sie auch sehr gesund. Löwenzahn und Klee sind Anzeiger für viel Stickstoff im Boden uns sollen nur in geringen Mengen auf der Weide sein. 

Es wurden die Bäume begutachtet, die um die Weide herum wachsen.

Die Zweige von allen Obstbäumen, von Haselsträuchern, Birken, Weißdorn, Hainbuchen (Rotbuchen sind giftig, vor allem die Früchte und sollen nicht verfüttert werden) und Weiden sind für Pferde als Knabberzweige geeignet und tragen auch oft zur Gesunderhaltung bei; so wählen Pferde bestimmte Kräuter und Äste (wenn möglich!) aus, wenn sie gesundheitliche Beschwerden haben. Die Zweige und Früchte von Eichen und Kastanien sollen nicht verfüttert werden, weil sie zu viel Gerbsäure enthalten. Auch die Zweige der weißblühenden Scheinakazie oder auch Robinie genannt sind hochgiftig. 

Natürlich haben wir auch das immer mehr auftretende Jakobskreuzkraut begutachtet, welches unbedingt auf den Pferdewiesen ausgestochen werden muss, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zwar wird es meistens von den Pferden in grünem Zustand nicht gefressen, weil es bitter schmeckt, aber leider verliert das Jakobskreuzkraut in getrocknetem Zustand in unserem Heu den bitteren Geschmack, aber nicht die hochgiftigen, leberschädigenden Alkaloide, die auch für uns Menschen schädlich sind. Daher beim intensiven Ausstechen auf der Weide immer Handschuhe tragen. 

Wir entdeckten die Pflanze Beinwell, welche eine alte Heilpflanze ist und früher bei Brüchen eingesetzt wurde. Auch der Ackerschachtelhalm, der minder giftig ist und daher nicht in großen Mengengefressen werden soll, wurde bestimmt. Leider konnten wir den Sumpfschachtelhalm nicht finden, dieser ist giftiger und soll von Pferden gar nicht gefressen werden. 

Als wir die Wiesen soweit begutachtet haben, gingen wir noch eine Runde um die Felder und sahen den giftigen Klatschmohn und auch die Heilpflanze Kamille, die auch in kleinen Mengen für Pferde gut sind. 

Wichtig ist auch zu wissen, dass man Pferde nicht an Feldrändern fressen lassen sollte, nicht wegen der Giftpflanzen, sondern, weil man nicht weiß, wann und was der Bauer gespritzt hat. 

Es war eine sehr interessante Veranstaltung, und wer Pflanzen gerne erkennen möchte und in Bezug auf Pflanzen und Pferde sein Wissen erweitern möchte, ist bei Violetta Berger Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gut aufgehoben. 

 

Ich hoffe, ich habe Interesse geweckt. 

Ursel Heinz