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Fahrkurs an der Rheinischen Landes- Reit- und Fahrschule

26.05. – 03.06.2008

 

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Da ich bereits im zarten Alter von 5 Jahren auf dem Gespann meines Großvaters, der in Bottrop mit dem Fuhrwerk seinen treuen Kunden die Milch noch vor die Haustür brachte, meine ersten Fahrerlebnisse erfuhr, war es für mich umso spannender 39 Jahre später intensiv in die Thematik „Fahren“ einzutauchen. Inspiriert von der Teilnahme an einem Kutschturnier, an der meine Einstallerkollegin Andrea mit Unterstützung von Annika (meiner RL) teilnahm, beschloss ich, mich dem Fahren einmal etwas intensiver anzunähern. 

Da kam mir der Fahrkurs in Langenfeld an der Landes- Reit- und Fahrschule Rheinland genau recht. Der Haken war allerdings, dass ich den schon gebuchten Trailkurs mit Peter Pfister dann doch absagen musste. Es geht dann doch nicht immer alles gleichzeitig… 

Also stand ich am 26.05. dann ganz gespannt vor dem Büro der Fahrschule in Langenfeld. Der Kurs begann um 10:30 im Schulungsraum in der ersten Etage. Also noch Zeit für Automatenkaffee (davon sollte es noch reichlich in den nächsten Tagen geben) und Gelegenheit für eine intensive Erkundungstour der Anlage. 

Ca. 15 Minuten später traf ich auf Christian (Anm. der Redaktion: Der Vorname wurde vorsetzlich nicht geändert). Schnell kamen wir ins Gespräch, obwohl Christian ein Hörproblem (samt Hörgerät ) hatte. Wir verstanden uns blendend… 

Um 10:30 stroppelten Christian und ich in den Seminarraum. Ebenfalls erschienen: Jürgen, Harald und Colette. 

Es schien ein sehr übersichtlicher Kurs zu werden und tatsächlich nach zwei Minuten kam Stefan dazu. Er stellte sich als unser Trainer vor und bestätigte nüchtern die Vollständigkeit der Truppe. Nach kurzer Vorstellungsrunde (Christian und Jürgen als schon erfahrene Fahrer hatten sich angemeldet um das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse III zu erwerben, Colette, Harald und ich als Anwärter der Klasse IV) und Überblick über den Kursablauf ging es nun auch direkt in die erste theoretische Einweisung: Das Fahrlehrgerät. Wenige Minute später und nach dem ersten Krampf in der linken Hand dann die erste Drohung: „Am Nachmittag steht eine praktische Einheit auf dem Plan.“ 

Oh ha.

Aber vorher lecker Mittagessen.

Nach dem Essen luden wir zunächst Stefans Kutsche von seinem Pick-Up. Mit nur fünf Teilnehmern sollten wir nun in den nächsten Tagen sehr intensiv mit/auf zwei Gespannen arbeiten. Die Anwärter der Klasse III auf Stefans Gespann mit zwei hervorragend ausgebildeten Haflingerstuten, und die „Rookies“ auf einem „Alt-Oldenburger-Gespann“ mit den Wallachen Ben und Boris. 

Jürgen und Christian sowie Stefan halfen uns nun bei den ersten Handgriffen, um Ben und Boris für die erst Fahrt vorzubereiten. Nachdem die beiden angespannt waren, fragte Stefan, wer denn als erster die Leinen führen wollte. Anders wie bei ARD und ZDF stand keiner in der ersten Reihe. 

Stefan überzeugte als sehr souveräner und geduldiger Ausbilder…

An den nächsten Tagen hatten wir immer das Glück ohne Niederschläge unsere Ausfahrten zu genießen (Stefan genoss, Harald, Colette und ich waren da nicht so entspannt). Neben der Herausforderung, die beiden Oldenburger bei Laune zu halten, galt es ja noch die Grundbegriffe des Fahrens, die wir in unseren theoretischen (kurzweiligen) Einheiten genossen, in die Praxis umzusetzen. Da kam uns Stefans Motto „Alles wird gut!“ genau recht. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge, allenthalben auch Fahrschüler. 

Der Tag der Entscheidung (Prüfung) rückte näher und damit auch die Verzweiflung. Da wir zwei- bis dreimal täglich „Alles wird gut!“ adaptierten, wurden wir kurz vor der Prüfung doch etwas sensibilisiert. 

Stefan glaubte an uns. Bedingungslos.

Der Tag der Entscheidung:

Ich dachte nicht, dass mich diese Prüfung so beschäftigen würde. Nicht dass ich ein schlechtes Gewissen (zu wenig Theorie gebüffelt) gehabt hätte, aber am der Tag der Entscheidung begann das große Denken… Für Colette und mich ging es zuerst mal ums „Ganze“, den berüchtigten Basispass. Wir wurden auf Herz und Nieren zur Anatomie von Pferden, dem Beschlagen?!, sowie der theoretischen Verladung unsere vierbeinigen Freunde befragt. Neue Sichten der Dinge sind willkommen… 

Bingo. Da weder Colette und ich ganz doof waren, durften wir direkt im Anschluss mit der praktischen Fahrprüfung beginnen. 

Leinenaufnahme: Alle Teilnehmer mussten die Leinen vorschriftsmäßig aufnehmen. Kein Problem, denn das hatten wir natürlich bis zum Erbrechen geübt (Danke Benno v. A…). Dann ging es los zur Prüfungsfahrt durch den Langenfelder Verkehrsdschungel. 

Dank Stefans vorbildlichen Vorbereitung für uns Novizen keine unlösbare Aufgabe. Auch Skater, Riesen-LKW, Steintrennscheiben bei 15.000RPM und 110dB, Ben und Boris machten nicht auf Blöd und die Anwärter des DFA IV meisterten nach nur 8 Tagen ihre Aufgaben mehr als ordentlich. 

Puuh. Praxis wohl geschafft (keine weiteren Verkehrsteilnehmer gefährdet?), nun noch die Theorie. 

In der theoretischen Prüfung wurden wir von einem der zwei Richter nach allen Regeln der Kunst „auseinandergenommen“. Alle Teile des Brustblattgeschirrs, sowie des Kumt-Geschirrs wurden erläutert. Fragen zu den Fahrstilen, Anspannungsarten, Leinenkunde, Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, Pferdeausbildung, Hilfen wurden gestellt. 

Colette, Harald und ich insgesamt sehr souverän. 

Wenige Minute später dann die Erlösung: Erfolg für alle Teilnehmer auf der ganzen Linie.

Alle Anwärter des DFA IV waren erfolgreich. Ebenso Christian und Jürgen für die Klasse III.

An dieser Stelle nochmals Dank an Stefan und auch an Jürgen und Christian, die uns bei allen Schwierigkeiten bestens unterstützt haben. 

Christoh Gläßer

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