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ABENTEUER DISTANZREITEN

Distanzreiten verlangt mehr als nur das Geradeausreiten im Gelände – das wurde mir umso deutlicher als ich mich am 17.05.2009 auf der Maaswald-Tour um 14,89 km verritt und so statt der geplanten 34 km insgesamt 48,89 km auf dem Kilometerzähler stand. Zum Glück überstanden wir dennoch alles in guter Verfassung – wenn auch müde – und konnten den Ritt auch in der Wertung beenden. Noch einmal wollte ich das aber nicht erleben, denn die Zeitfehler hätten wir uns gut sparen können. Wir sind allerdings um eine Erfahrung mit hoffentlich langanhaltender Wirkung reicher geworden! Ich nahm mir fest vor, den nächsten Ritt an Pfingsten anders anzugehen... 

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Eisborner Pfingstdistanz vom 31.05.2009 

Bereits am Vortag reiste ich mit meinem 6-jährigen AV Kemal Efendi in Eisborn, einem Örtchen im Sauerland, an. 

Die Eisborner Pfingstdistanz sollte der dritte offizielle Distanzritt für uns werden – ursprünglich hatte ich den KDR über 50 km genannt, dann aber „kalte Füße“ bekommen, da mein Pferd 14 Tage vorher bereits fast 50 km gegangen war (da schlug die „Pferde-Glucke“ in mir mal wieder zu ;-) Aus diesem Grund habe ich auf 30 km heruntergenannt – nicht umsonst nennt sich der Ritt auch Die Hölle von Eisborn, wechseln sich lange und teilweise steile An- und Abstiege auf hartem Geläuf und Schotter regelmäßig ab. 

Nach einer abenteuerlichen Anfahrt bezog Kemal seinen Weidepaddock – in dieser Phase regelmäßig die Ruhe an Pferd :-) - und die abendliche, tierärztliche Voruntersuchung bestand er problemlos. 

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Foto: www.distanzler.de

 

Die Welt des Distanzreitens ist ein Dorf.... schnell fand ich bekannte Gesichter und lernte neue aus der Umgebung meines Wohnortes kennen – mich begeistert immer wieder die Nettigkeit und Ungezwungenheit/Offenheit in diesem Sport. 

Nach der Vorbesprechung am späteren Abend wurde noch gesellig beisammen gesessen, dann suchte jeder sein Nachtlager auf. Bei Klängen von Michael Wendler & Co. wurde ich den Schlaf gewogen – ich denke, die Geselligkeit ging noch bis in die spätere Nacht hinein... 

4.20 Uhr – ich registrierte Betriebsamkeit um mich herum – die ersten Starts begannen bereits für den 100 km Ritt um 7.00 Uhr. 

7.00 Uhr – aufstehen und Kemal versorgen. 

Die Verpflegung des Vereins war wieder super :-) - bei einem guten Kaffee und einem Nutellabrötchen konnte ich den Tag gut beginnen. 

Mein Start (Gruppenstart) war erst für 11.05 Uhr angesetzt und da Kemal aufgrund der startenden Pferde (um 8.00 Uhr gingen die 80er auf die Strecke) etwas unruhig im Paddock wurde, ging ich etwas mit ihm spazieren und meldete schon einmal dem Startposten, dass ich mit ihm nachstarten würde. 

Zwischenzeitlich traf Julia, eine Internetbekannte ein, die mich auf der Strecke zweimal betreuen würde – einmal im Vet.-Gate bei ca. km 15 und einmal im Ziel. Organisiert war die 30er Strecke allerdings so, dass man sie auch ohne Tross hätte reiten können. 

Etwa eine halbe Stunde vor meiner Startzeit machten wir uns warm. „Meine“ Gruppe startete dann planmäßig um 11.05 Uhr und nachdem sie aus unserem Blickfeld verschwunden waren, ging ich mit Kemal alleine auf die Strecke. 

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Foto: www.distanzler.de

Bei dem 30 km Ritt handelt es sich um einen tempobegrenzten EFR – gefordert war T 6 (= 1 km in 6 Minuten). Jede Minute über 180 Minuten Reitzeit ergab einen Strafpunkt sowie jeder Pulsschlag über 24 (gewertet wurde der Zielpuls nach 10 Minuten). 

Einmal aus dem Startbereich heraus, vorbei an hockenden Fotografen und spielenden Kindern auf Siloballen lief Kemal locker flockig im Trab vorwärts – so macht reiten Spaß :-) ! 

Neben meinen immerwährenden Vorsätzen (Obenbleiben, heil nach Hause kommen usw.) wollte ich die Strecke komplett durchtraben. 

Nach einem Viertel der Strecke hatte ich die ersten drei Gruppen vor mir bereits überholt – Kemal lief gleichmäßig und weitestgehend unerschrocken. Zwischendurch ritt ich ein gemeinsames Stück mit bekannten Isi-Reitern – ein Plausch bei 15 km/h – dann trennte man sich wieder. 

Kemal kam mit guten Werten in die Pause (Vet.-Gate) und nach 15 Minuten gingen wir wieder auf die Strecke. 

Die nächsten Kilometer ritt ich gemeinsam mit einem Reiter und einer Araberstute – die Pferde liefen harmonisch und rhythmisch zusammen und die Reiter plauderten etwas. Das Geläuf wurde m.M. nach schwieriger – es folgte ein sehr langer, stetiger Anstieg, harter, schottriger Boden und dann nach einer Linkskurve erwartete uns eine „Radarkontrolle“ (unangekündigter Vet.-Check). Kurzes Bangen – Kemal durfte mit Puls 64 direkt weiter – diesmal wieder alleine, da das Stütchen mit Puls 72 eine 10-minütige Wartezeit bekam. Wer dann nicht bei mindestens P 64 liegt, für den ist das „Rennen“ quasi gelaufen. 

Ich trabte Kemal bis zur Wiese am Startbereich durch, dann legten wir die letzten Meter im Schritt zurück – sogar als uns 10 Meter vor dem Ziel im Finish 5 ReiterInnen im rasanten Galopp überholten, blieb der Kleine gelassen und kam mit einer Reitzeit von 2:27 Stunden (T4,9) ins Ziel. Dort hieß es geschwind absatteln, kühlen, eindecken, um 10 Minuten später zur Pulsmessung zu erscheinen. Zwei Stunden später die tierärztliche Nachuntersuchung: in allen Bereichen grünes Licht. Somit waren wir in der Wertung. 

 

Die Zeit bis zur Siegerehrung (20 Uhr) verbrachten wir schwatzend in der Sonne sitzend. 

Gemeinsam mit einem anderen Pferd belegte Kemal dann in der Großpferdewertung Platz 1 :-) und wir fuhren anschließend zufrieden heimwärts in die Nacht... 

Fazit: Eine super organisierte Veranstaltung mit toll markierter Strecke und hohem Spaßfaktor! Ich komme wieder :-) 

Weitere Ergebnisse und Infos zu den Freizeitreitern in Eisborn findet Ihr hier!!

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BN

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