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Ankumer Distanzritt 2010

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Am Sonntag, den 02.05.10, war es endlich wieder soweit: Unser erster Distanzritt in dieser Saison stand nun endlich bevor…. 

Samstag früh um 7.30 Uhr ging der Wecker. Ich machte mich fertig, packte die restlichen Sachen ins Auto, kontrollierte noch mal die Packliste und machte mich ca. um 9 Uhr auf zum Stall. 

Um ca. 12.30 Uhr machte ich mich zusammen mit einem neuen Teammitglied auf den Weg nach Ankum. Unterwegs überholten wir unsere Gespanne mit den beiden Pferden und dem Wohnwagen. 

Um ca. 14 Uhr sind wir in Ankum auf dem vorgesehenen Platz angekommen! Nur ein Paddock war bereits aufgestellt und ein Gespann ist kurz vor uns eingetroffen. Wir stellten unsere Autos auf der Wieso so ab, dass wir den benötigten Platz absperren konnten. Absperrband hatte ich zum Glück dabei. 

Die ersten aus unserem Team (Wohnwagen) trafen auch schon wenige Minuten später ein. Der Wohnwagen wurde abgestellt und gesichert. Schon kam auch schon das Gespann mit den beiden Pferden vorgefahren. Wir steckten die Paddocks ab, die Pferde wurden ausgeladen und versorgt. Nun konnte ich mein Zelt aufbauen. 

Nachdem wir unser Quartier fertig eingerichtet hatten und uns pünktlich zum Einsetzen des Regens unterm Pavillon häuslich nieder gelassen haben, kam auch schon das 3. und letzte Gespann mit Pferd an. Auch sie bauten zunächst ihr Quartier auf und gesellten sich dann zu uns. 

Wir saßen den ganzen Nachmittag bis spät abends zusammen, aßen Kuchen und tranken Kaffee, quatschten, später wurde noch der Grill angeschmissen. Um ca. 22.30 Uhr war ein langer erster Distanztag zu ende. 

Der Sonntag begann schon sehr früh am Morgen. Die Nacht war kalt und recht kurz. Ich wurde etwa 3-4mal in der Nacht wach, weil es entweder zu kalt wurde und ich mir noch was Wärmeres angezogen habe, oder mir die Knochen vom liegen wehtaten. 

Um 5.30 Uhr wurden die Pferde gefüttert, wir machten uns schon komplett fertig, die Ausrüstung wurde kontrolliert, zurecht gelegt und die Pferde schon mal geputzt. Um 6 Uhr machten wir uns auf zur Meldestelle. Startgeld wurde bezahlt, die Checkkarten abgeholt und wir bekamen die Reitkarten. Nun nach getaner Arbeit konnten wir uns in Ruhe ins Reiterstübchen begeben und frühstücken. 

Die Voruntersuchung begann um 7 Uhr. Die ersten Teilnehmer standen schon mit den Pferden bereit. Wir holten unsere Pferde und gingen ebenfalls zur Voruntersuchung. Dort war wie so oft ganz schön Trubel, Aufregung, die Pferde wieherten und zappelten rum. Annie, das Pferd, was ich an diesem Tag reiten sollte, war die Ruhe selbst. 

Der Tierarzt kam, kontrollierte das Pferd auf mögliche Beschwerden, nahm den Puls und die Atmung und ließ uns vortraben. 

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Der Tierarzt nickte nur, schrieb alles auf und wünschte uns einen guten Ritt! Klasse - die erste Hürde hatten wir überstanden. Nun mussten wir schnell die Pferde satteln und sie warm reiten. 

Um 8.15 Uhr ging der Startschuss. 11Teilnehmer waren gemeldet, jedoch nur 8 standen am Start. Wir ließen zunächst alle weg und starteten am Schluss. 

Wir hatten Massenstart und unsere Pferde waren recht aufgeregt und lassen sich schnell von der Nervosität der anderen Pferde anstecken. Also warteten wir bis die ganzen Teilnehmer auf der Strecke waren, ein paar Meter von uns entfernt und wir ritten dann ebenfalls los….. 

Die Strecke war wunderschön und führte uns zunächst um ein großes Feld herum. Asphalt mussten wir nur wenig reiten. Wir ritten überwiegend über Feldwege, Wiesen und Waldwege. Es waren schöne feste Wege, die unseren Pferden wenig Mühe bereiteten. Es gab leichte bis mittelschwere An- und Abstiege. Für unsere Flachlandpferde schon recht anstrengend. Die Markierung war einfach nur genial und für Blinde gemacht! Man konnte sich gar nicht verreiten, das war einfach unmöglich!! An dieser Stelle schon mal ein großes Lob an den Veranstalter!! 

Wir ritten zunächst ein gemütliches Trabtempo von ca.15 km/h. Auf den ersten 10 km überholten wir bereits 3 Reiter. Nach ein paar Metern merkten wir, dass wir nicht mehr zu dritt, sondern auf einmal zu viert waren. Eine der beiden zuletzt überholten Reiterinnen hat sich an uns dran geheftet und ritt nun unser Tempo mit. Zunächst dachten wir uns dabei nichts und dachten uns, das Tempo scheint nicht ihrs zu sein, das verläuft sich wieder auf die nächsten km. 

Nach den ersten 10 km kam eine Pulskontrolle!! Wir parierten kurz vorher im Schritt durch und steuerten zunächst unseren Trosspunkt an. Unsere Pferde wurden gekühlt und bekamen was zu trinken angeboten. Schon ging es weiter in die Pulskontrolle. Die Werte waren ok. Annie hatte einen Puls von 56. Nun mussten wir die Pferde noch vortraben und konnten am Ende aufsteigen und weiterreiten. 

Schon nach wenigen Metern entdeckten wir unsere Verfolgerin wieder vor uns. Sie trabte und galoppierte im Wechsel. Innerhalb der nächsten Km holten wir in unserem gleichmäßigen Trabtempo immer weiter auf und überholten sie erneut. Sie war also zum 2. Mal deutlich langsamer als wir unterwegs gewesen. Aber auch diesmal heftete sie sich an unsere Schweife. So lief das den kompletten Ritt über. Sie ritt während der gesamten Strecke hinter uns, ging vor uns in die Kontrollen und vor uns wieder auf die Strecke, lies sich von uns überholen und blieb die restliche Strecke wieder hinter uns. An den Trosspunkten fragte sie dann freundlich, ob ihr Pferd auch etwas zu trinken bekommen könnte. Auch hier dachten wir uns nichts dabei und da wir die Teamfähigkeit in der Regel sehr schätzen, wurde ihr Pferd während des gesamten Rittes von unseren Trossern mit versorgt. 

Es ging weiter in die letzten 10 km bis zur Pause. Beim Pauseneingang nach 30 km schauten wir erstmal, dass die Pferde versorgt wurden, alles ordnungsgemäß eingetragen und die Pulswerte genommen werden. Annie hatte einen Eingangspuls von 66. Das war leider 2 Pulsschläge zu hoch. Soweit kein Problem, 66 ist ok und wir hatte ja immerhin 20 Minuten Zeit, dass der Puls runter ging. 

Leider passierte hier dann das erste Missgeschick. Der Tierarzt hat den Puls gemessen, eingetragen und lies mich, obwohl der Wert noch zu hoch war, schon mal vortraben. Normal wird erst vorgetrabt, wenn der Puls ok ist! Nun wusste ich das ehrlich gesagt nicht so genau oder hab darüber zumindest nicht nachgedacht. Ich also Annie vorgetrabt, auch hier lief sie einen schönen gleichmäßigen Trab und stellte mich dann wieder zum TA. In der Zeit wurden auch die anderen beiden Pferde gemessen und vorgetrabt. Beide Pulswerte waren da ok und sie konnten in die Pause zum Platz. 

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Da ich ja auch vorgetrabt bin, sind die Mädels davon ausgegangen das ich durch bin und sind gegangen! Das ich wieder zurückgegangen bin, haben die damit verbunden, dass ich vielleicht noch Sachen mitnehmen musste, die ich vorher abgelegt hatte. Nun kleben die 3 Pferde dermaßen aneinander, dass es gar nicht möglich ist, ein Pferd alleine zu untersuchen. Der Puls schoss gleich wieder hoch, der Tierarzt hat drei Mal in 10 Minuten versucht nachzumessen. Abgesehen davon, dass sie nicht mal stehen blieb, war der Puls konstant auf 66 Schlägen. Ich war stink sauer. Ich hab innerlich gekocht! 10 Minuten später und ein Puls von 66 wären wir raus gewesen. Ein paar Sekunden später kam aber zum Glück schon meine Reitkollegin mit Pamina an, um zu schauen, wo wir bleiben. Der Tierarzt kam auch grade und wollte noch mal nachmessen. Annie sah Pamina und Puls war runter. Wir konnten noch knapp 15 Minuten in die Pause gehen. 

Ich war immer noch ziemlich angefressen von der ganzen Aktion und hielt mich in der Pause damit auf "mein" Pferd zu versorgen, mit Möhrchen Füttern, Wasser geben, Hufe kontrollieren usw. 

Als die Pause auch schon wieder um war, gingen wir gemeinsam zum Start und auf ging es in die 2. Runde! Die Strecke war dieselbe. Wir haben in der ganzen Zeit unser zügiges Trabtempo von mittlerweile 18-20 km/h im Durchschnitt beibehalten. 

Kurz vor Ziel, als wir wieder auf das Feld einbogen, merkten wir, dass unsere Verfolgerin versuchte, an uns vorbei zu ziehen. Meine Kollegin meinte nur zu mir, gib Gas… Ich hab im ersten Moment nicht so recht geschaltet. Ich galoppierte an. Sie zog aber bereits im Galopp an mir vorbei. Ich zögerte kurz und gab die Zügel frei. Wir rasten über das Feld im gestreckten Galopp, um die Kurve, auf das Ziel zu. Ich zögerte kurz vor der Kurve ein wenig. Annie fand das nicht lustig und zog dennoch weiterhin an. Ich sah nur das Ziel vor mir und dahinter ENDE. Direkt hinter dem Ziel kam ein Zaun. Wer da nicht schnell die Kurve kriegte oder die Bremse zog, hatte ein Problem. 

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Ich entschloss mich, das Tempo raus zunehmen und durchzuparieren, da ich nicht vor hatte, die Reiterin auf die letzten Meter noch zu überholen. Allerdings merkte ich nicht, dass meine Kollegin dicht hinter mir war. In dem Moment schoss sie an mir vorbei und vor mir ins Ziel. Die fremde Reiterin war nun 2. meine Kollegin 3. und ich kam mit nur 1 Sekunde Verspätung als 4. ins Ziel. 

Das Rennen war vorbei. Ich schaute mich um…. Wo war unsere 3. Reiterin?! Ich sah sie nirgends. Sie hatte vorsichtshalber ihre Stute zurück genommen und kam im Trab durchs Ziel. Ich sprang ab und führte Annie ein wenig im Kreis bis sie bei uns eingetroffen ist. Sie bekam die Decke drauf, wurde ein wenig gekühlt und etwas zu trinken angeboten. Danach gingen wir weiter zur Kontrolle. 

Der Tierarzt nahm den Puls…. 76 Puls! Das war ok für so einen rasanten Ritt, der nur wenige Minuten her war. Innerhalb kurzer Zeit kam sie auf 64 P/Min runter. Die Werte wurden eingetragen, wir mussten noch schnell vortraben. Auch da war alles ok. 

Wir führten die Pferde zurück in unserem Quartier, sattelten ab, versorgten sie, die Beine wurden abgewaschen, Möhren und Wasser gegeben und eine dicke, warme Decke aufgelegt. 

Nachdem die Pferde versorgt und die Ausrüstung gereinigt und verstaut war, wurde das Quartier abgebaut, alles in den Hängern und Autos verstaut. Nun folgte die letzte Hürde: Die Nachuntersuchung! Unsere Pferde bestanden auch diese wieder ohne Beanstandung. 

Gegen 17 Uhr fing die Siegerehrung an. 

Zufrieden und einfach nur kaputt, fingen wir an die Pferde zu verlanden und machten uns auf den Rückweg…. 

Es war mal wieder eine tolle Veranstaltung. Die Helfer waren sehr nett und stets gut gelaunt. Alles war bestens durchorganisiert. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und hoffen, dass wir wieder mit dabei sein dürfen. 

Nicole Stanke

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